Dezember 2016 -
Das Ende von Meditation am Obermarkt?
      • Text aus dem Jahr 2013 in schwarzer Farbe
      • Aktualisierungen im Laufe des Jahres 2014 in blauer Farbe
      • Aktualisierungen aus dem Jahr 2015 in grüner Farbe
      • Aktualisierungen aus dem Jahr 2016 in violetter Farbe


Dezember 2016 scheint (beim Verfassen des Ursprungstextes dieser Seite im Januar 2013) noch weit entfernt zu sein. Daher ist das drohende Ende von Meditation am Obermarkt (= MaO) Ende 2016 scheinbar in weiter Entfernung. Wer sich aber für die Erhaltung dieses Ortes für spirituelle Entwicklung im Kinzigtal interessiert, für den ist es jetzt an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen und sich eventuell sogar aktiv gestaltend einzubringen. Und das tun inzwischen schon einige Leute: das Gelnhäuser Sangha-Team, eine gute aber durchaus noch erweiterungsfähige Gemeinschaft.

Warum droht das Ende 2016?

Bis 2013 war Meditation am Obermarkt eine Einrichtung, die im Wesentlichen von mir, Horst, gestaltet wurde. Ihre Existenz hängt also von mir und meiner Lebensplanung ab. Wie sieht aber meine Planung für die Zukunft aus?

Als ich Meditation am Obermarkt 2009 geschaffen habe, habe ich dieses Projekt klar zeitlich begrenzt. Ich arbeite beruflich in Gelnhausen und werde planmäßig am 31. Januar 2017 pensioniert. Bis dahin werde ich in Gelnhausen bleiben und dieses Projekt vorantreiben, nach meiner Pensionierung werde ich tun, was meinem Vorsatz den Dharma zu leben und zu geben dann am besten dienlich ist.

Mein größtes Projekt ist mein Erleuchtungsstreben. Meditation am Obermarkt soll anderen Menschen in ihrer spirituellen Entwicklung helfen, aber auch mein persönliches Erleuchtungsstreben unterstützen. Es ist damit ein Teilprojekt im Rahmen meiner individuellen spirituellen Entwicklung. Seit 2011 betreibe ich ein weiteres Teilprojekt meiner spirituellen Entwicklung, eine Pilgerreise zu Fuß in Richtung Bodh Gaya, Bihar, Indien.

Im Januar 2011 bin ich in Gelnhausen losgegangen und habe Deutschland und Österreich auf meiner großen Wanderung durchschritten, ich bin dabei 2011 bis Ljubljana gelangt. Seitdem bin ich von dort aus weitergewandert durch Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien bis nach Amasra an der türkischen Schwarzmeerküste. 2015 und 2016 werde ich meinen langen Marsch jeweils in den Sommerferien durch die Türkei fortsetzen und – wenn alles gut geht – im August 2016 am Dreiländereck Türkei-Syrien-Irak ankommen. Nach meiner Pensionierung, so habe ich es vor, werde ich von Frühling 2017, also unmittelbar nach meiner Pensionierung, in ca. 18 bis 24 Monaten ununterbrochen weiterpilgern, durch Irak, (Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Syrien und Irak habe ich diesen Teil meines Planes abgeändert. Ich habe bereits ab August 2014 meine Route modifiziert und bin statt dessen im Sommer 2014 am Schwarzen Meer ankommen und inzwischen nur noch 300 km von der georgischen Grenze entfernt (nach bislang 4211 km Pilgerwanderung). Nach der aktuellen Planung werde ich 2016 nach Georgien kommen und von dort im Frühling 2017 weiter nach Aserbeidschan ans Kaspische Meer gehen und dann in den Iran gelangen). Ich möchte quer durch Iran wandern, dabei Afghanistan umgehen und so durch Pakistan nach Indien gelangen. Dabei gibt es im Bereich Iran und Pakistan einige bislang noch nicht gelöste Probleme. Das heißt, ich werde daher vermutlich auch diesen Ort der spirituellen Einkehr, der angemietet ist, zum 31. März 2017 kündigen, wenn uns nicht gemeinsam etwas anderes gelingt.

Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass bis dahin weitere Personen so stark in diese Einrichtung involviert sind, dass dieses Projekt – in welcher Form auch immer – weiter laufen kann. Das wird jedoch mit Sicherheit nicht geschehen, wenn man sich damit erst einige Monate vorher befasst. Daher ist es nötig, das Projekt Meditation am Obermarkt Stück für Stück von „meinem“ Projekt zu dem einer Main-Kinzig-Sangha werden zu lassen, wenn man denn diese Einrichtung erhalten will. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die inzwischen erfolgte Einrichtung eines Organisationskomitees im Juni 2014, dem außer mir Bärbel, Jessi, Heidrun, Stefan, Klaus und Michael angehören.

Was wird aus Horst ab 2017 ?

Option 1. Ein relativ wahrscheinlicher Fall ist, dass ich das Ende meiner Pilgerwanderung nicht erleben werde. Daher muss das Projekt Meditation am Obermarkt, wenn es denn erhalten werden soll, so entwickelt werden, dass es gegebenenfalls dauerhaft ohne mich auskommt.

Option 2 würde für mich bedeuten direkt nach meiner Rückkehr in eine Wohn- und Sanghasituation der Buddhistischen Gemeinschaft Triratna zu ziehen, vermutlich nach Essen. Ich halte dies derzeit für die wahrscheinlichste Variante. Aufgrund der Visabestimmungen in Iran und Pakistan werde ich wohl nur drei bis sechs Monate pro Jahr unterwegs sein können, sodass mein Umzug in einen der genannten Orte bereits in den ersten Monaten des Jahres 2017 stattfinden wird.

Option 3 ist...
inzwischen unwahrscheinlich, denn ich möchte in einer spirituell für mich förderlicheren Umgebung leben, eben dort, wo ich an einem Triratna-Zentrum mitwirken und mit Ordensmitgliedern engen Kontakt haben kann
...dass ich voraussichtlich Ende 2018 oder Anfang 2019 nach Gelnhausen zurückkehre. In diesem Fall würde ich gerne weiter in dem – dann sicher veränderten – Projekt Meditation am Obermarkt mitarbeiten. Das würde gewiss eine große Herausforderung sowohl für mich als auch für die Personen sein, die in der Zwischenzeit diesen Ort der Spiritualität betrieben haben. Wenn es sich aber um eine echte Sangha handelt, die den drei von Dhardo Rinpoche postulierten Imperativen

• bewahre den Dharma
• lebt in Eintracht
• strahle Liebe aus
verbunden ist, müsste dies zu bewerkstelligen sein.

Selbstverständlich sind die drei genannten Möglichkeiten nicht die einzigen Handlungsoptionen, die für mich verbleiben, es ist durchaus möglich, dass der Ozean der Leerheit etwas völlig anderes für mich bereithält.

Auch eine Kombination von Option zwei und drei ist nicht ausgeschlossen, dass ich also wegziehe, aber beispielsweise zwei Tage wöchentlich nach Gelnhausen komme. Das setzt aber voraus, dass die Gelnhäuser Sangha organisatorisch und finanziell auf eigenen Beinen steht, dass ich also nur kommen muss, um zu unterstützen oder Kurse zu leiten.

Was bedeutet das?

Es bedeutet, dass wir handeln müssen, wenn etwas von Meditation am Obermarkt nach dem Jahr 2016 übrig bleiben soll. Wir, das heißt die an MaO interessierten Personen, müssen uns noch mehr als bisher als Sangha verstehen, als Freundeskreis, müssen Freundschaften entwickeln und pflegen, müssen MaO mehr als gemeinsames Projekt betreiben, ich muss bereit sein schrittweise mehr Verantwortung abzugeben und andere Personen müssen bereit sein schrittweise mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich kann erkennen, dass diese Entwicklung in den letzten Monaten in Gang gekommen ist. Aber nur wenn sie weiter an Dynamik gewinnt, können wir zuversichtlich sein. Wir müssen zu einer wirklichen Sangha werden, zu einer Gemeinschaft von Individuen, die einander beim Gehen des Pfades - jede/n in seiner/ihrer spezifischen, eigenen Weise - unterstützen.

Damit ich bitte nicht falsch verstanden werde: ich verlange von niemandem, dass er oder sie mehr machen soll als bisher, fühle Dich also nicht durch diese Überlegungen bedrängt. Sieh es vielmehr als Chance, als Option für Dich und Deine individuelle spirituelle Entwicklung, an, dass Du Dich mehr, anders und nach Deinen persönlichen Fähigkeiten einbringen kannst, wenn - und nur wenn - Du das wirklich willst. Scheue Dich nicht, mich darauf anzusprechen oder rede mit anderen über die Möglichkeiten, euch gemeinsam einzubringen. Aber glaube nicht, es wäre noch lange bis 2016. Ich bin davon überzeugt, dass das Projekt nur dann gelingen wird, wenn wir jetzt die Umsetzung angehen. In diesem Zusammenhang sehe ich es als äußerst erfreulich an, dass seit Anfang 2014 einzelne Arbeiten und auch gelegentlich die Leitung unserer Meditationsabende durch einige unserer Freund/innen übernommen werden. Mit der Übertragung von Verantwortung auf das Komitee im Juni 2014 ist ein wichtiger Schritt unternommen worden, Meditation am Obermarkt über das Jahr 2016 hin aufrecht zu erhalten. Seit Anfang 2016 leitet das Sangha-Team im Wechsel die Abende, jeder Abend wird von zwei Teammitgliedern gestaltet, sodass ich nur noch einer unter mehreren LeiterInnen bin.

In seiner Sitzung am 29. November 2014 hat das Komitee folgende Lösungen andiskutiert, die im Jahr 2015 konkretisiert werden sollen:

1. Optimallösung

  • Meditation am Obermarkt wird am gleichen Standort erhalten.
  • Die Koordination e.V. übernimmt alle Räume, wobei Horsts bisheriger Raum zum Gruppenraum für Studiengruppen gemacht wird.
  • Die Offenen Donnerstage finden weiter statt.
  • Horst und Ordensmitglieder halten zusätzlich gelegentlich Wochenendveranstaltungen ab.
  • Möglicherweise finden einmal pro Woche hier und tags darauf in Frankfurt Studiengruppen statt, für die Horst herkommt – wenn das gewünscht wird.
  • Das Sonntagsstudium wird beibehalten.
  • Die Finanzierung erfolgt unter anderem dadurch, dass die bisherigen Sponsoren überprüfen, ob sie vielleicht etwas mehr geben können und weitere Personen werden als Sponsoren (Dana per Dauerauftrag) gewonnen.
  • Außerdem wird der Meditationsraum auch gelegentlich vermietet, z. B. für Einzelklausuren. Horst macht bekanntlich bislang jedes Jahr eine Einzelklausur hier, das könnte er weiter tun (gegen entsprechenden Beitrag), aber auch andere Personen könnten dafür gewonnen werden.
  • Möglicherweise könnte man selbst in Zeiten, in denen Veranstaltungen sind, den Gruppenraum für Einzelklausuren anbieten.
  • Evtl. könnte ein Raum auch tageweise an andere Gruppen vermietet werden.
  • Vielleicht findet sich auch jemand, der zusätzlich eine andere Technik anbietet, Yoga oder so.
  • Das Ganze wird koordiniert vom Komitee der Koordination e.V.
2. Ersatzlösung
  • Es wäre auch möglich, in andere, kleinere und damit billigere Räume umzuziehen.
  • Schön wäre es, wenn dies in Gelnhausen wäre, dies ist jedoch kein Muss. Hier wäre eine abgespeckte Variante der obigen Lösung möglich.
3. Notlösung
  • Man könnte bei einer Person aus diesem Meditations-Kreis in einem geeigneten Raum meditieren und ggf. auch Kurse veranstalten.
  • Auch hier wäre eine Paketlösung Gelnhausen/Frankfurt denkbar.
  • Aber auch dabei besteht die Möglichkeit, statt Gelnhausen einen anderen Standort zu nehmen (Büdingen? Mömbris?...), was allerdings von einigen Komitee-Mitgliedern kritisch gesehen wurde.
Seit Anfang 2015 gibt es eine Reihe von Fortschritten auf dem Weg zu einer Rettung des Projektes MaO:
  • Seit Jahresbeginn ist der Verein in den schwarzen Zahlen, die Anlaufschulden aus der Gründungsphase (immerhin über 5000 EUR sind vollständig abgedeckt, die laufenden Kosten können außerdem derzeit voll aus den eingehenden Spenden abgedeckt werden - zwar nur knapp, aber es reicht derzeit: aktueller Finanzbericht
  • Es wurde auf der Haupversammlung des Trägervereins von MaO (Koordination e. V.) neben Horst ein zweiter gleichberechtigter Vorsitzender eingesetzt: Michael.
  • Um eine wirkliche spirituelle Gemeinschaft ("Sangha") zu werden, hat sich eine kleine Kerngruppe gebildet, die an der Sanghaentwicklung arbeitet, diese hat auch im April/Mai gemeinsam ein Retreat zur Vernetzung mit anderen Triratna-Gruppen durchgeführt.
  • Seit Mai 2015 gibt es neben Horst eine zweite Mitra in Gelnhausen: Jessi.
  • Die Wesak-Feier (Feiertag anlässlich Buddhas Erleuchtung) am 10. Mai 2015 wurde erstmals öffentlich in der Gelnhäuser Zehntscheune (an der Kaiserpfalz Barbarossas) gefeiert - eine rundum gelungene Festlichkeit. Die regionale Presse berichtete mehrfach darüber: Presseberichte.
  • Im Sommer 2015 wurde ein weiterer wichtiger Schritt getan. Horst ist auf Pilgerwanderung, aber das Programm der Offenen Meditationsabende am Donnerstag lief weiter. Das Sommer-Sangha-Team besteht aus acht Frauen, die die Meditationsabende aufrecht erhielten: Annette, Antonia, Bärbel, Dana, Diana, Heidrun, Jessi und Mila. Inzwischen hat das Sangha-Team die Leitung der Meditationsabende übernommen, sodass ich nur noch eine von mehreren Personen bin und nicht mehr regelmäßig zum Einsatz komme. Auch Kurse werden jetzt oft im team-teaching von zwei Mitgliedern des Sangha-Teams abgehalten.
Das Projekt Meditation am Obermarkt hat mich sehr verändert, hat meinen Transformationsprozess vom weltlichen zum spirituellen Leben ungeheuer unterstützt. Ich bin davon überzeugt, dass es für Dich im gleichen Maße Chancen zur spirituellen Entwicklung und Transformation bereithält, wenn Du den Mut hast, Dich darauf einzulassen.

Svaha!



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