6. analytisches Wissen
= unterscheidende Weisheit
Wer alle anderen P. praktiziert,
aber nicht diese, wird nicht allwissend.
Frage: Dann ist diese
die einzig ausschlaggebende P.?
Antwort: Nein, denn anal.
W. ohne die anderen praktiziert ist ebenso eine Fessel, wie diese ohne
anal. W. (Buddha)
Gampopa: Wer nur die
ersten fünf praktiziert gelangt ins einseitige Nirvana des Ruhens
in Frieden (Arahatschaft), nicht aber in das nicht-verweilende Nirvana.
Also: Das Mahayana
sieht im Nirvana genauso wie im Samsara ein Extrem, anders das nicht-verweilende
Nirvana: hier gibt es also Wiederentstehen als Bodhisattva (dalai-lama-mäßig),
aber nicht als gewöhnliche Wesen der sechs Welten. Demnach ist der
Pfad des Mahayana der Pfad des Praktizierens der P 1-5 und des Praktizierens
des anal. Wissens
Intrinsische Natur
Vollständige Analyse
aller Phänomene
Gliederung
-
1. weltliche analytische
Erkenntnis ( die vier Wissenschaften)
-
a. Medizin
-
b. Dialektik
-
c. Linguistik
-
d. Mechanische Künste
-
2. geringe analytische Erkenntnis
jenseits des Weltlichen
-
a. Hören
-
b. Reflektieren
-
c. Meditieren
Einsicht in die drei lakshanas
-
3. große analytische
Erkenntnis jenseits des Weltlichen
wie
(2) + Lehren des Mahayana (also sunyata)
Ausweitung
Im Mittelpunkt steht die
große anal. Erk. Jenseits des Weltlichen, diese wird erklärt
mit
1. Widerlegung
des Glaubens an die Wirklichkeit materieller Existenz
2. W. d. G. an das Fehlen
von materieller Existenz
3. Fehler an der Nichtexistenz
der Phänomene festzuhalten
4. Fehler gleichzeitig
an Existenz und Nichtexistenz festzuhalten
5. Pfad auf dem Befreiung
erlangt wird = mittlerer Pfad, der weder existenzialistisch noch nihilistisch
ist
(dies
ist einer logischen Überprüfung nicht zugänglich)
6. Natur der Befreiung
(Nirvana)
Die P. der anal. Erk. kann
weder durch Sprache noch durch Gedanken ausgedrückt werden, sie gehört
dem individuellen, eigenklaren Wirkungsbereich der ursprünglichen
Weisheit an.
Vervollkommnung
Alle Phänomene sind
von ihrer Natur nichts anderes als Leerheit, dennoch müssen die fühlenden
Wesen sich darin üben, die Natur des Erscheinens der materiellen Objekte
sowie die Formen des Leidens selbst verstehen zu lernen, dies muss auf
vier Arten praktiziert werden:
-
1. vorbereitende Übungen
diese dienen dazu, den
Geist in seinem ursprünglichen Zustand ruhen zu lassen
-
2. Ruhen in Meditation
ohne nachzudenken ruht
der Geist jetzt in einem ungestörten Zustand
-
Tilopa: Denke über nichts
nach, erwäge nichts, versuche nichts zu erkennen; meditiere nicht,
untersuche nichts, sondern lasse den Geist in sich selbst ruhen.
-
Wenn du meditierst, gibt
es nichts, worauf du meditierst; es wird nur allgemein als Meditation bezeichnet.
-
Überall da, wo nicht
gedacht wird, indem sich der Geist nicht vollkommen auf bestimmte Gewohnheitsmuster
ausrichtet, wird die Paramita der analytischen Erkenntnis geübt.
-
Die Gesamtheit der Phänomene
nicht zu sehen, heißt die Wirklichkeit zu sehen.
-
3. Unterbrechen der Meditation
(sog. Nachmeditation)
-
Praktizieren der Sichtweise,
alle Erscheinungen der Nachmeditation als traumhaft anzusehen.
-
Der Verdienst, der sich dadurch
einstellt, dass man den Dharma auch nur einen Tag meditiert, ist größer,
als wenn man ihn Kalpas lang aufschreibt, ihn liest oder hört, ihn
erklärt oder auswendig rezitiert.
-
Leerheit
-
Wenn man sich mit der Bedeutung
der Leerheit befasst, ist die Folge dieser Erkenntnis die Zufluchtnahme.
-
Wenn einem die Entstehungsphase
der Meditation, während der man auf Gottheiten meditiert und ihre
Mantren murmelt, vollständig gelehrt wird, dann wird man darin belehrt,
dass ein Yidam lediglich Ausdruck des erleuchteten Geistes ist, der aus
der Leerheit heraus Gestalt annimmt – und nicht irgendein äußerer
Gott
-
4. Verwirklichung der
Praxis der anal. Erk.
-
a. Es entsteht die Achtsamkeit,
die das Ausüben der Tugend ermöglicht
-
b. Man erkennt seine störenden
Gefühle, dadurch lassen sie nach
-
c. Man entwickelt immer mehr
Mitgefühl
-
d. Man arbeitet immer ernsthafter
an seiner Vervollkommnung
-
e. Man gibt die Zustände
geistiger Aufgewühltheit immer mehr auf
-
f. Man haftet immer weniger
an den Erscheinungen dieses Lebens
Resultat
kurzfristig: das Gute
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