Meditation am Obermarkt, Gelnhausen
Horst Gunkel:
Meditationsreihe „Erdgestützte Dankbarkeit“ - Meditation I
Zuletzt geändert: 15. April 2015

Sitzen

Sitze in Meditationshaltung auf deinem Kissen, die Beine vor dir verschränkt. Wenn deine Knie die Erde nicht berühren, dann lege etwas darunter, sodass die Knie aufliegen.

Du berührst die Erde jetzt mit dem Gesäß, mit den Füßen und den Knien. – Das sind deine Erdungspunkte. – Es ist wichtig, dass du stabil sitzt. – Die Wirbelsäule gerade aufgerichtet. – Der Kopf thront in entspannter Haltung auf deinem Hals – ohne jede Muskelanspannung. – Der Blick ist in etwa zwei Meter Entfernung vor dir auf den Boden gerichtet,  du kannst aber auch mit geschlossenen Augen sitzen, um nicht. abgelenkt zu sein. – Dein Gesäß liegt in solch einer Höhe auf dem Kissen auf, dass deine Wirbelsäule entspannt ist und möglichst wenige Muskeln deines Rumpfes angespannt sind.

Lege die Hände kurzzeitig unter dein Gesäß, dort wo die Sitzhöcker sind, das sind die beiden Knochen im Gesäß. – Nun mache ein paar Mal nacheinander abwechselnd einen Rundrücken und ein Hohlkreuz, um die Bewegung deiner Sitzhöcker zu verfolgen. Wenn du deinen Rücken aufrichtest, gehen die Sitzhöcker nach hinten. Suche die Stelle, an der sie gerade nach hinten gegangen sind, das müsste die Stelle sein, in der dein Rücken gerade aufgerichtet ist. – Nun nimm deine Hände wieder dort weg und lege sie auf die Oberschenkel. – Wippe ein paar Mal nach vorne und hinten um die ideale Haltung zu finden, von der du glaubst, dass du so dreißig bis sechzig Minuten sitzen kannst. – Dann bewege deinen Oberkörper leicht nach rechts und links, um auch in diese Richtung den bestmöglichen Sitz hinzubekommen.

Deine Arme fallen dir locker aus den Schultern, die Armmuskulatur ist völlig entspannt. – Die Hände liegen auf den Oberschenkeln in der Nähe deines Rumpfes auf, alle Muskeln sind entspannt. – Vergewissere Dich, dass deine Kleidung und dein Sitzunterlage locker auf deiner Haut aufliegt, damit keine Falten, oder einengende Bekleidung deine Meditation behindert.

So solltest du dich immer auf deine Meditation vorbereiten. – Das kann einige Zeit dauern. Wenn du dich daran gewöhnt hast, geht das vielleicht in zwei bis drei Minuten, diese Vorbereitung ist aber wichtig. – Fasse den festen Entschluss, deine heutige Meditation achtsam zu machen. – Wann immer eine Ablenkung deinen Geist einfangen will, kehre ruhig aber bestimmt zum Meditationsobjekt zurück, das wird in dieser Meditation deine Körperhaltung und deine Atmung sein.

Betrachte jetzt deine Atmung beim Ein- und beim Ausatmen, ohne sie zu manipulieren, betrachte sie nur. – Einatmen und Ausatmen. – Nehmen und Geben. – Einverleiben und wieder Loslassen.

Ich werde dich jetzt durch deinen Körper führen. Bleibe aber während dieser ganzen Körperbetrachtung deines Atems beim Ein- und beim Ausatmen Gewahr.

Spüre die Berührung des Bodens an deinen Füßen. – Spüre den Bodenkontakt. – Bodenkontakt ist wichtig, Bodenkontakt gibt Stabilität. – Der Boden unter dir ist Teil der Erde, Teil des Erdelementes, des Festen, des Soliden, des Verlässlichen. – Die Erde stützt dich. Mach dich unten so breit wie möglich, damit dich die gütige Erde stützen kann. – Sie ist deine Grundlage, dein Fundament, deine Basis. – Spüre die Punkte, an denen deine Füße geerdet sind. Spüre deine großen Fußzehen. – Jetzt versuche die Empfindungen in den anderen Zehen wahrzunehmen. – Deine Füße tragen dich oft, helfen dir beim Gehen, jetzt aber dürfen sie ausruhen, dürfen entspannen.

Gehe weiter in den Fußballen. Welche Empfindung hast du hier? – Hier finden sich häufig Verspannungen. Wenn da eine Verspannung ist, dann lächle ihr beim Einatmen zu, und lass sie sich beim Ausatmen entspannen. - Einatmen: freundlich zulächeln; ausatmen: Spannung loslassen, entspannen. – Mach das bei dieser Körperbetrachtung mit jeder Stelle, bei der du eine Verspannung feststellst: einatmend freundlich zulächeln; ausatmend Spannung loslassen, entspannen.

Wir gehen weiter zur Fußsohle – zur weichen Unterseite des Fußes – zum Fußrücken, man nennt ihn auch den Spann, weil hier gerne Verspannungen sitzen – einatmend freundlich zulächeln; ausatmend Spannung loslassen, entspannen. – Zur Verse – in die Unterschenkel – die Wadenmuskulatur – und immer wenn du eine Verspannung feststellst: einatmend freundlich zulächeln; ausatmend Spannung loslassen, entspannen.

Weiter zum Knie. Deine Knie sollten auch aufliegen, sei es auf dem Boden oder auf einem Kissen, du solltest auch hier geerdet sein. – Wir gehen weiter in die Oberschenkel, auch hier sind große kräftige Muskeln, wenn du eine Verspannung feststellst: einatmend freundlich zulächeln; ausatmend Spannung loslassen, entspannen. – Das werde ich jetzt nicht mehr sagen, mach es einfach, wann immer du eine Verhärtung der Muskulatur, eine Verspannung, einen Druck verspürst.

Wir kommen zum Gesäß. – Das Gesäß sollte fest aufliegen, nicht zaghaft wie ein schüchternes Kind, sondern fest, stabil, erdverbunden – mach dich unten am Gesäß ganz breit. – Je breiter du unten bist, im Bereich deiner Erdungspunkte, also Füßen, Knien und Gesäß, desto besser, desto stabiler sitzt du. – Wir nennen das: Sitzen wie ein Berg. Unten ganz breit und stabil. Unumwerfbar. Wenn du wirklich ganz breit sitzt, hast du nicht nur mit den Sitzhökern Bodenkontakt, sondern auch mit dem Dammbereich, also der Region zwischen Anus und Genitalien. – Diese Stelle des Körpers, der Dammbereich, mit dem wir wie fest angewurzelt auf der Erde sitzen, heißt aus Sanskrit muladhara, Wurzelcakra. – Spüre die Erde unter deinem Wurzelcakra.

Nun gehen wir zu den Steißbeinwirbeln – von dort allmählich aufwärts zu den Kreuzbeinwirbeln. – Gibt es Verspannungen in der Gegend des Kreuzes? – Weiter zu den Lendenwirbeln und dem unteren Rücken. – Dann entlang der Wirbelsäule zum oberen Rücken. – Achte auf Verspannungen im Rücken und behandle sie, wie wir das geübt haben. – Dann zu den Schulterblättern und den Schultern, hier sitzen auch gerne Verspannungen. – Wir gehen in die Oberarme – auch hier starke Muskeln – weiter in die Ellenbogen – die Unterarme – zu den Händen – den Fingern – von hier aus wieder zu den Oberschenkeln – auf der Oberseite der Oberschenkel entlang zum Genitalbereich – von dort zur Bauchdecke – spüre das Heben und Senken der Bauchdecke beim Atmen – und den Kontakt mit deiner Kleidung – weiter in den Brustbereich – dann zu den Schlüsselbeinen – zum Bereich des Kehlkopfes – kannst du hier deinen Atem wahrnehmen?

Das Kinn ganz locker – die Mundpartie, lass sie weich werden, ganz locker, ganz entspannt – entspanne die Lippen – die Zunge ganz weich und relaxed – weiter zur Nasenpartie – die Wangen völlig locker, total entspannt – die Nase – auch hier der Atem – die Augenpartie – Augen ganz locker, die dürfen jetzt auch ausruhen und Pause machen – den Bereich der Augenbrauen und die Stirn – auch hier alle Spannung loslassen, ganz weich, ganz entspannt – weiter zur Kopfhaut – hast du ein Gefühl für deine Haare? – und jetzt zu den Ohren – zu dem Punkt, an dem die Wirbelsäule den Schädel verlässt – die Halswirbel entlang – Hals ganz locker, ganz entspannt – in den Brustkorb – die Herzgegend – danke Herz, dass du Tag und Nacht unermüdlich für mich arbeitest – weiter nach unten in den Bereich des Zwerchfells – spüre hier die Atmung – ins Innere des Bauches – dort wo viele Organe für dich arbeiten, Leber, Galle, Milz, Nieren, Bauchspeicheldrüse – alle arbeiten ständig und unermüdlich für dein Wohlbefinden – und von dort zurück zum Wurzelcakra, zu dem Punkt, auf du wir sitzt. – Das Wurzelcakra sitzt nicht nur auf der Erde, es küsst auch die Erde aus Dankbarkeit für die Unterstützung – ohne dein Wurzelcakra und die Erde unter dir wärest du in den Weiten des Universums verloren. – Danke Wurzelcakra, danke Mutter Erde. – Danke Welt, du unermesslicher Ort der Potentialität, die alles möglich macht.

Und in deiner eigenen Zeit beende deine Meditation. – Wenn du die Meditation beendet hast, dann stehe auf und verbeuge dich in Dankbarkeit – in Dankbarkeit für deinen Körper, in Dankbarkeit vor der Erde, in Dankbarkeit vor dem unendlichen Ozean der Leerheit, dessen Potentialität alles ermöglicht. – Svaha!


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