Antje Buss
18.6.1958 - 24.12.2018

Ostpark zen Wesak
Antje bei einem Sesshin im Frankfurter Ostpark 2007
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Antje im Frankfurter Meditationsraum 2007
Antje (im roten T-Shirt) auf dem Frankfurter Wesak-Fest 2007


Antje konnte nach einem schweren Krebsleiden (Anfang des Jahrhunderts) ihren Beruf als Flugbegleiterin nicht mehr ausüben und fand damals den Weg zum Dharma. Sie besuchte unsere Volkshochschulkurse über Buddhismus und Meditation in Frankfurt und seit 2005 die Veranstaltungen von Triratna Frankfurt. Sie war damals eine unserer aktivsten und engagiertesten Teilnehmerinnen, sie war häufig dreimal wöchentlich bei unseren Veranstaltungen.

Nachdem unsere Aktivitäten von Frankfurt nach Gelnhausen verlegt wurden, besuchte sie diese regelmäßig, bis ihr Freund und Fahrer Rico 2010 verstarb. Da sie sich die Fahrkarten von Frankfurt nach Gelnhausen ihr zu teuer waren, kam sie danach nur noch gelegentlich donnerstags, besuchte aber unser Sonntagsstudium weiter, bis ihre Krebsleiden zurückkehrte und sie vor zweieinhalb Jahren auch nicht mehr zu diesen Veranstaltungen kommen konnte. Es folgte ein langer Leidensweg, der heute zu Ende ging.

Antje nutzte die Zeit zwischen ihren beiden Krebserkrankungen für ihre spirituelle Praxis, die sowohl vom Buddhismus als auch vom Christentum beeinflusst war. Ihre Hauptpraxis war tätiges Mitgefühl in vielfacher Hinsicht, so arbeitete sie unter anderem für die Frankfurter Bahnhofsmission. Obdachlosenhilfe war ihr ein ganz wichtiges Anliegen, nicht erst in dieser Zeit, sondern auch schon vor ihrer ersten Erkrankung, damals arbeitete sie mit Obdachlosen in London. Auch für andere Menschen aus unserer Sangha war sie eine wichtige Ansprechpartnerin, so war sie zuletzt die einzige Person, die noch Zugang zu Martina hatte.

Sie war für uns ein Vorbild darin, wie sie sich engagierte: praktisch und emotional. Sie tat das, wie sie immer wieder betonte, nicht um sich gutes Karma zu schaffen, sie war vielmehr skeptisch, ob das Karmaprinzip wirke. Sie engagierte sich ausschließlich, um anderen zu helfen, aus reinem Altruismus. Sie betonte immer wieder, wenn das Karmagesetz gelte, dann sei das gut, sie würde aber ganz genauso handeln, wenn es nicht gelte.

Antje war eine starke Frau. Sie kämpfte auch gegen ihre Erkrankung, letztendlich vergebens. Mir ist sie in Bezug auf ihre Unerschütterlichkeit und Gradlinigkeit ein Vorbild. Ich bin froh, sie gekannt und von ihr gelernt zu haben.

Ich möchte mich aber auch ganz besonders bei denen bedanken, die den Kontakt zu ihr gehalten haben, die sie in ihrer schweren Zeit besuchten oder mit ihr telefonierten. Zum Glück hatte sie Unterstützung in diesen letzten Jahren durch mehrere Freundinnen und andere Personen in ihrem Umfeld, insbesondere durch ihre Freundin Angelika.

Antje ist tot. Aber der sich ständig ändernde und entwickelnde Bewusstseinsprozess, der in Antje seinen Ausdruck fand, geht weiter und wird sich – davon bin ich überzeugt – erneut körperlich manifestieren. Unabhängig davon lebt Antje in meinem Herzen und in dem vieler anderer Menschen weiter.

In stillem Gedenken

Horst